didacta & Digitale Souveränität in der Bildung? – Well…
Wenn wir digitale Souveränität wollen, dann sollten wir das auch unseren Kindern nahebringen, oder? Entsprechend der Entwicklungen seit Trumps zweiter Amtseinführung hatte ich erwartet, dass sich im digital-orientierten Bildungsbereich diesbezüglich im letzten Jahr viel entwickelt hat.
Aber ganz ehrlich: Auf der Didacta 2026, der wichtigsten Bildungsmesse in Europa, habe ich davon wenig bis gar nichts erlebt.
Auf Mastodon war ich am Mittwoch die Erste, die den Hashtag der Bildungsmesse ins Fediverse getragen hat – und mit meinem Beitrag sind es bisher ganze 2 Beiträge, die es dorthin geschafft haben. Dies zeigt, wie alternativlos der Bildungsbereich noch unterwegs ist.
Bei einem IT-Dienstleister für Schulen habe ich nachgefragt, ob sie auch was anderes als Microsoft anbieten. Tun sie nicht. Die ganze Infrastruktur ist auf Microsoft angelegt. Wenn eine Schule bzw. ein Schulträger kein Microsoft möchte, ist das defacto nicht möglich. Ich frage: Müsste dann wohl erst ein Konkurrent neben Microsoft auch eine Open-Source bzw nicht-proprietäre Alternative anbieten, bevor das in der Unternehmensstrategie ankommt? Die Antwort: JA.
Ich warte auf das erste Unternehmen, das die Zeichen der Zeit erkennt und sein Angebot entsprechend aktualisiert.
Kinder nutzen bereits heute signifikant öfter KI als Lehrkräfte. Gleichzeitig lernen sie in Schule leider nicht unterschiedliche digitale Programme kennen, um jeweils die passendste für einen bestimmten (Lern-)Zweck anzuwenden. Stattdessen erwerben sie Anwendungskompetenz für Monopolisten-Software.
Was wünscht ihr euch für die nächste Didacta? Ich wünsche mir, dass die Bildungsmesse stärker auf digitale Souveränität setzt und konkrete Lösungsvorschläge für offene Bildungssysteme präsentiert. Lasst uns das Problem an der Wurzel packen und nicht wie so vieles jahrelang verschleppen…
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